Geschichte der Ragdolls

Ann Baker, die in Riverside/Kalifornien lebte, bemerkte damals Besonderheiten bei den Nachkommen einer weißen, angora-ähnlichen Katze namens Josephine, die in ihrer Nachbarschaft lebte.

Josephine's Nachkommen waren sehr groß und schön. Sie hatten ein halblanges Fell, einen freundlichen, sehr lieben Charakter und konnten sich, auf dem Arm getragen, wie Stoffpuppen total entspannen.
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Fasziniert von diesen Katzen entschloß sich Ann Baker mit diesen Katzen weiterzuzüchten. Ann nahm eines dieser Jungen zu sich und dazu eine schwarze Katze names Buckwheat, die angeblich einer Burma ähnelte. Später erhielt sie noch eine weitere Tochter Josephines namens Raggedy Ann Fugianna. Deren Vater Warbuck, ebenfalls ein Sohn Josephines, soll einer Birma sehr ähnlich gewesen sein und wurde von Ann des öfteren für die Zucht der Ragdolls herangezogen. Diese drei Katzen wurden zu den Urahnen der Ragdolls, da Josephine den nächsten Wurf nicht überlebte.Mit ihnen gründete sie eine eigene Rasse mit Namen Ragdoll (Rag = Stoff, Doll = Puppe)  nach "Raggedy Ann", einer in den USA sehr bekannten Stoffpuppe.


Sie erließ äußerst strenge Zuchtregeln, die befolgt werden mußten, ansonsten wurden die Kätzchen nicht als echte Ragdolls eingetragen. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt begann Ann plötzlich eigenartige Aussagen zu verbreiten, wie z.B. daß Ragdolls schmerzunempflindlich und angstfrei seien oder daß sie menschliche Gene hätten. Es dauerte nicht lange und viele Ragdollzüchter gaben auf, während andere sich von ihr lossagten und versuchten die Ragdolls von den anderen Katzenvereinigungen anerkennen zu lassen. Großteils verdanken wir dies Laura und Danny Dayton, die ihre eigenes Zuchtprogramm starteten, da sie ihre Ragdolls schon kauften bevor sie patentiert wurden.

Denny Dayton dagegen war für die allgemeine Registrierung der Ragdolls und bemühte sich um diese. Er konzentierte sich dabei auf die blauäugige gepointete Version der Ragdolls in den Farben Seal, Blue, Chocolate, Lilac und den Versionen Colorpoint, Mitted und Bicolor. Um die weitere Zucht und Promotion dieser Katzen voranzutreiben, gründete er im Februar 1975 die Ragdoll Society (später RFC, heute RFCI , Ragdoll Fancier Club International), welche anfangs aus den Daytons und acht weiteren Ragdollzüchtern bestand.

Auch richtete Denny Dayton die sogenannte Genetikkarte ein, einen riesigen Ragdoll- Stammbaum, in dem die unter den RFCI-Richtlinien weltweit gezüchteten Ragdoll-Zuchtkatzen aufgeführt sind. Übrigens lassen auch die Züchter der R.A.G. ihre Zuchttiere in dieser Genetik- karte, welche jährlich aktualisiert wird, eintragen.

Ab 1975 gab es also zwei Gruppen von Ragdollzüchtern: Diejenigen, welche sich unter der Leitung von Ann Baker in der IRCA organisiert hatten und die Mitglieder des heutigen RFCI.

Im Dezember 1975 ließ Ann Baker sich den Namen "Ragdoll" erstmalig urheberrechtlich schützen – dieser Schutz besteht noch bis zum Jahre 2005 – wonach einzig die IRCA Züchter ihrer Tiere als Ragdoll bezeichnen durften.

Die Daytons und die anderen Züchter der Ragdoll Society fühlten sich aber nicht von dieser Regelung betroffen, da sie ihre Ragdolls bereits zuvor gekauft hatten.

In den darauf folgenden Jahren sorgten Denny Dayton und die Ragdoll Society dafür, daß die gepointeten Versionen der Ragdolls von den großen Katzenorganisationen in den USA anerkannt wurden. Durch den Einsatz vieler weiterer engagierter Züchter ist die Ragdoll heute auch international eine anerkannte Rasse.

Die IRCA züchtete unter der Leitung von Ann Baker weiterhin die Ragdolls in den gepointeten und nicht gepointeten Versionen und in einer Vielfalt von Farben. Das strenge Regiment, das Ann Baker ausübte, führte dazu, daß sich im Laufe der Zeit immer wieder Züchter von der IRCA abwandten. 1994 schließlich löste sich eine weitere Gruppe von Züchtern. Für diese nunmehr dritte Gruppe ergab sich ein Problem bezüglich der Bezeichnung ihrer Katzen - da sie auf Grund des Namesschutzes nicht Ragdoll heißen durften, wurde der Name Ragamuffin gewählt. Genau wie die IRCA Ragdolls gibt es die Ragamuffin in gepointeten und nicht gepointeten Versionen und verschiedenen Farben und Zeichnungen.

Nachdem sich die Züchter des RFCI über 20 Jahre auf die gepointeten Ragdolls in den Farben Seal, Blue, Chocolate und Lilac konzentriert hatten, wurde auf Betreibens eines großen Teiles seiner Mitglieder 1997 über die Anerkennung der Ragdolls in Flamepoint (rot), Creampoint (creme) und Lynxpoint (tabby) abgestimmt. Bei dieser Abstimmung sprach sich die Mehrheit für die Anerkennung aus.

Als Reaktion auf diese Entwicklung erweiterten die zwei größten amerikanischen Katzenorganisationen CFA und TICA zum 1. Mai 1998 ihren Standard um die Flame-, Cream- und Tortiepoint sowie die Lynxpoint. Bei der TICA erhielten sie dabei gleichzeitig den Championship Status, d.h. daß sie nun auf Ausstellungen Punkte für die verschiedenen Titel erringen können.

Eine größere Zahl amerikanischer Züchter züchtet bereits typvolle und schöne Ragdolls in Flamepoint, Creampoint und Tortiepoint sowie Lynxpoint. Einige von ihnen haben Colorpoint Perser eingekreuzt, um die neuen Farben zu erhalten. Die Nachkommen dieser Katzen können nach drei Generationen selektiver Weiterzucht als Ragdolls registriert werden.

Andere Züchter haben Ragdolls aus alten IRCA-Linien erworben und eingekreuzt, denn die IRCA-Ragdolls gibt es, wie zuvor erwähnt, in vielerlei Versionen und Farben. 

Inzwischen haben auch einige engagierte europäische Züchter Ragdolls in den neuen Farben und auch solid- und minkfabende importiert und die Zucht in diesen neuen Farben und Zeichungen begonnen.